Beim Jahresbesuch in der neuapostolischen Gemeinde Eggenfelden stellte Bischof Paul Hepp die Frage nach dem Wert der göttlichen Verheißung in den Mittelpunkt. Gemeinsam mit den Amtsträgern des Bezirks Landshut und Gästen aus der Ökumene erlebte die Gemeinde einen inhaltsreichen und verbindenden Gottesdienst.
Am Donnerstagabend, 16. April 2026, kam Bischof Paul Hepp, stellvertretender Leiter des Apostelbereichs München, zu seinem Jahresbesuch in die neuapostolische Gemeinde Eggenfelden. Eingeladen waren dazu auch die Nachbargemeinde sowie alle Vorsteher und Amtsträger des Bezirks Landshut. Begleitet wurde der Bischof vom Bezirksvorsteher, Bezirksevangelist Ewald Maier.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus dem 1. Buch Mose 25,32 zugrunde: „Esau antwortete: Siehe, ich muss doch sterben; was soll mir da die Erstgeburt?“ Ausgehend von dieser bekannten Begebenheit beleuchtete Bischof Hepp die Entscheidung Esaus, der in einem Moment der Müdigkeit und des Hungers sein Erstgeburtsrecht geringschätzte.
Der Bischof übertrug diesen Gedanken in die heutige Zeit: Auch Gläubige könnten in Situationen der Enttäuschung, Erschöpfung oder inneren Unruhe Gefahr laufen, den Blick für das Wesentliche zu verlieren. Dabei gehe es nicht nur um äußere Umstände, sondern vor allem um die persönliche Beziehung zu Gott. Buße bedeute dabei nicht Strafe, sondern ein bewusstes Innehalten, Umkehren und neues Hinwenden zu Gott.
Mit Nachdruck ermutigte Bischof Hepp die Gemeinde, wachsam zu bleiben und die göttlichen Verheißungen nicht aus dem Blick zu verlieren. Die Gotteskindschaft und die Hoffnung auf die Wiederkunft Jesu Christi seien ein hohes Gut, das es zu bewahren gelte. „Lasst uns auf Jesus Christus schauen“, hob er hervor – er sei das Vorbild, das nicht nur Worte gesprochen, sondern durch sein Handeln Liebe und Opferbereitschaft gezeigt habe.
Bezirksevangelist Ewald Maier griff diesen Gedanken in seinem Beitrag auf und warnte davor, das „Erstgeburtsrecht“ im Glauben gegen ein sinnbildliches „Linsengericht“ einzutauschen. Versuchungen kämen oft unscheinbar daher und setzten an den persönlichen Schwächen an. Umso wichtiger sei es, sich immer wieder bewusst zu machen, welche Verheißung Gott gegeben hat und welche Priorität sie im eigenen Leben einnimmt.
Ein sichtbares Zeichen der Verbundenheit über die eigene Gemeinde hinaus war die ökumenische Beteiligung: Auf Einladung des Gemeindevorstehers David Wenzl war die evangelische Kirchengemeinde eingebunden. Da Pfarrerin Dr. Ulrike Kuschel verhindert war, wurde sie durch Prädikantin Sabine Schindler von der evangelischen Gemeinde Eggenfelden vertreten. In einem kurzen Grußwort betonte sie die Bedeutung von Gemeinschaft und Zusammenhalt – gerade in einer Zeit, in der gesellschaftliche Verbindungen zunehmend herausgefordert seien.
Der Gottesdienst war geprägt von einer spürbaren Gemeinschaft, in der Gebet, Wortverkündigung und Musik eine harmonische Einheit bildeten. In der Feier des Heiligen Abendmahls erlebten die Gläubigen die Nähe Gottes und die Zusage von Vergebung und Frieden.
Mit Dankbarkeit für die Gemeinschaft und den empfangenen Segen endete der Gottesdienst. Die Teilnehmer nahmen vielfältige Impulse für ihren Alltag mit – verbunden mit dem Wunsch, im Glauben wachsam zu bleiben und die göttliche Verheißung festzuhalten.