Jeder Stein erinnert an einen Menschen. Jeder Stein ehrt ein Opfer. Jeder Stein ist uns Mahnung.
Am Samstagnachmittag, 06. November startete die Jugend des Bezirkes Landshut von der Gemeinde Landshut in die Landshuter Altstadt. An der St. Martins Kirche wurden sie auch schon von Frau Dr. Danzer (Mitarbeiterin der Museen der Stadt Landshut) erwartet.
Frau Dr. Danzer ging gemeinsam mit den Jugendlichen zurück in ein Stück dunkelster deutscher Geschichte, die Zeit des Nationalsozialismus. Gemeinsam suchte man die verschiedenste Gedenkplätze auf, unter anderem Stolpersteine von deportierten Landshuter Juden, sowie einer Gedenkstätte einer schon im Mittelalter zerstörten Synagoge.
Der Stadtspaziergang warf einen ganz besonderen Blick in die jenseitige Welt und diente zur Vorbereitung auf den Gottesdienst für Entschlafene.
Stolpersteine:
Die „Stolpersteine“ sind Betonwürfel mit einer beschrifteten Messingplatte an der Oberseite, die Namen, Geburtsjahr und Todesjahr des NS-Opfers und evtl. weitere Angaben enthält. Die „Stolpersteine“ werden im Regelfall vor dem letzten frei gewählten Wohnhaus des Ermordeten auffällig in den Wegbelag eingefügt. So sind diese Gedenksteine ein Mahnmal gegen das Vergessen des furchtbaren Leides, das Menschen in der NS-Diktatur erlitten, die zum Beispiel jüdischer Herkunft waren oder eine Behinderung hatten.
Gottesdienst für Entschlafene:
Dreimal im Jahr – jeweils am ersten Sonntag im März, Juli und November – werden Gottesdienste gefeiert, in denen der Stammapostel, die Bezirksapostel oder von ihnen beauftragte Apostel alle drei Sakramente an die Entschlafenen spenden. Auch werden diese Handlungen an zwei Amtsträgern stellvertretend vollzogen.
Dass die Sakramentsspendung für Verstorbene stellvertretend an Lebenden vollzogen wurde, geht aus 1. Korinther 15,29 hervor: „Was machen denn die, die sich für die Toten taufen lassen? Wenn die Toten gar nicht auferstehen, was lassen sie sich dann für sie taufen?“