Der Festgottesdienst wurde am 14. März 2021 vom stellvertretenden Leiter des Kirchenbezirks München, Bischof Paul Hepp, durchgeführt.
Die Gemeinde Passau fand ihren Ursprung 1946 in einer kleinen Wohnung in der Lederergasse 12. Nach einem Jahr wurde es Zeit für eine größere Unterkunft im Saal der Adventisten in der Innstadt. Zu diesem Zeitpunkt zählte die Gemeinde bereits 11 Geschwister. 1974 zog die Gemeinde dann in das jetzige Kirchengebäude in der Spitalhofstrasse 65b, das seither zweimal renoviert wurde und rollstuhlgerecht umgebaut wurde. Diese Geschichte wurde vor Beginn des Gottesdienstes in einem Video anschaulich erzählt
Im Eingangsgebet dankte der Bischof für das 75jährige Bestehen und bat für die Zukunft um weiterhin neue Glaubenskraft, Mut und Zuversicht.
Er kam zu Beginn seines Dienes auf das Thema Corona zu sprechen und sagte, dass sich beim lieben Gott nichts geändert habe und dass er es nur zugelassen habe, weil es die Wiederkunft seines Sohnes in keinster Weise beeinträchtigen würde, was ja eines der Hauptziele der neuapostolischen Kirche ist. „Vielleicht aber auch ein wenig, dass wir einmal zum Nachdenken kommen, einmal unsere innere Einstellung überprüfen“ z.B.: zum Gemeinschaftserleben, der Feier des heiligen Abendmahls oder was es für einen selbst bedeute im Gottesdienst präsent zu sein.
Zum Jubiläum zitierte der Bischof ein spezielles Bibelwort aus Offenbarung 1,8. „Ich bin das A und das O , spricht der Herr, der da ist und der da war und der da kommt der Allmächtige.“ Gott war immer da in der Geschichte Passaus. „Die Gemeinde Passau ist kein zusammengewürfelter Haufen von Menschen, die am Sonntag Morgen nichts besseres zu tun haben als zusammen zu kommen“ so Paul Hepp. Es sei Gottes Wille gewesen und jeder habe seinen Platz und solle gesegnet werden. Gott ist Liebe und bei Gott ist nichts unmöglich!
Damit leitete er über zu dem eigentlichen Textwort des Gottesdienstes aus Markus 10, 45: „Denn auch der Menschsohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele. Dieses Heil Gottes kann man sich nicht erwerben, denn alles unterliegt der Gnade Gottes, auch alle Gaben die wir besitzen.
Wir sollen allerdings dienen und damit ist nicht gemeint sich zu unterwerfen.
Wie kann man dienen? Indem man sich fragt, wie man dem Nächsten Gutes tun kann. Das kann vielfältige Formen haben und wir sollten auch denjenigen helfen, die anders sind als wir. Der Bischof führte die Begebenheit mit Zachäus dem Zöllner an, der von Jesus zu Hause besucht wurde. Dienen kann man nicht nur wenn es einem gut geht sondern auch in Trübsal z.B. so wie Jesus am Kreuz. Das geht in der Gemeinde, aber auch im persönlichen Umfeld. Wir können ein Segen sein, immer!
Zur weiteren Wortverkündigung wurde Priester Dieter Zweckberger gerufen und als „Urgestein“ der Gemeinde angesprochen. Er erzählte u.a. wie er seinerzeit als Jugendlicher in die Kirchengemeinschaft eingeladen wurde und sich sofort wohlgefühlt hätte.
Als Bußlied zur Überleitung auf das Heilige Abendmahl, sprach Chiara Andrée das Lied „Kommt nehmt das Brot“ in Begleitung des Streicherensembles.
Zum Ende des Gottesdienstes dankte der Bischof den Musikern und den Jugendlichen von der Technik, die den Gottesdienst live gefilmt und per YouTube (nicht öffentlich) übertragen hatten, so dass auch Geschwister von zu Hause teilhaben konnten.
Einen besonderen Abschluss erfuhr der Gottesdienst dadurch, dass das Instrumentalensemble (Streicher, Gitarre, Cajon und Xylophon) noch durch zwei Trompeten Soli unterstützt wurde, die als voraufgenommene Audioaufnahme eingespielt wurden, da ja Blasinstrumente vor Ort nicht erlaubt waren.